Nach einer mehrjährigen Phase wirtschaftlicher Schwäche zeichnet sich in Deutschland eine allmähliche Erholung ab. Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für 2026 deutlich angehoben: Statt der im Frühjahr erwarteten 0,5 Prozent rechnet sie nun mit einem Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,3 Prozent.
Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion begrüßt die positive Entwicklung, sieht aber weiterhin erheblichen wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf. Aus ihrer Sicht muss die Erholung durch konsequente Strukturreformen abgesichert werden. Dazu gehören insbesondere Maßnahmen zur Begrenzung der Lohnnebenkosten, eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und ein konsequenter Abbau bürokratischer Belastungen. Ziel ist es, die Unternehmen zu entlasten, Investitionen zu erleichtern und die Voraussetzungen für dauerhaftes Wachstum zu schaffen. Nach Einschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums wurde die Entwicklung im ersten Halbjahr 2026 vor allem durch die Exporte und den öffentlichen Konsum gestützt. Darüber hinaus sollen staatliche Investitionen in die Infrastruktur und die Verteidigung wichtige Impulse setzen. Die Bundesregierung verfolgt damit das Ziel, die wirtschaftliche Dynamik zu stärken und die Investitionstätigkeit zu beleben.
Trotz der verbesserten Aussichten bestehen weiterhin erhebliche Risiken. Internationale Konflikte, steigende Energiepreise und Unsicherheiten im Welthandel können die wirtschaftliche Entwicklung belasten. Hinzu kommen strukturelle Herausforderungen im Inland. Dazu zählen hohe Arbeits- und Lohnnebenkosten, bürokratische Anforderungen, der Fachkräftemangel und eine nachlassende internationale Wettbewerbsfähigkeit. Aus Sicht der Bundesregierung sind deshalb zusätzliche Reformen erforderlich, damit aus der konjunkturellen Erholung ein dauerhaft tragfähiger Aufschwung entsteht. Der CDU/CSU-Wirtschaftspolitiker Klaus Wiener verwies auf die außergewöhnlich lange Phase wirtschaftlicher Stagnation in Deutschland. Gleichzeitig betonte er, dass das Land weiterhin über erhebliche wirtschaftliche Stärken und eine hohe Attraktivität für Investoren verfüge. Wirtschaftswachstum sei dabei kein Selbstzweck: Es müsse dazu beitragen, den Wohlstand zu sichern, neue wirtschaftliche Handlungsspielräume zu schaffen und die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme langfristig zu gewährleisten.
Wiener sprach sich deshalb für die Fortsetzung struktureller Reformen aus, um die sozialen Sicherungssysteme zukunftsfest aufzustellen. Der Aufschwung müsse dauerhaft werden und dürfe sich nicht allein auf staatliche Ausgaben stützen. Neben öffentlichen Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung seien vor allem zusätzliche private Investitionen und eine stabile Binnennachfrage notwendig. Die sich verbessernde Stimmung in Teilen der Wirtschaft wertete er als ermutigendes Signal. Entscheidend ist nun, dass sich die positiven Erwartungen auch in konkreten Investitions- und Beschäftigungsentscheidungen niederschlagen.